Die große Entscheidung

Nun haben wir uns entschieden: Wir verkaufen unser Haus, ziehen in eine günstige, kleine Wohnung, kaufen uns ein Wohnmobil und werden noch viel reisen.           

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, bin ich 62 Jahre alt. Im letzten Jahr habe ich eine entscheidende Auszeit genommen. Ich habe eine Woche lang gefastet, geschwiegen und Tagebuch geführt. Tagebuch führe ich normalerweise nicht. Ich versuche es zwar immer wieder, scheitere aber an meiner nicht vorhandenen Disziplin. Da hab ich es durchgezogen und habe folgenschwere Entscheidungen für mich – und im Nachhinein – für uns beide getroffen:

Klar ist, dass wir nur noch eine begrenzte Zeit vor uns haben, die wir gemeinsam noch recht frei gestalten können. Unser Leben bisher war sehr reich an vielen kleinen und großen Abenteuern. Aber so in letzter Zeit richteten wir uns doch so ein, wie man sich vorstellt, wie Rentner sich eben einrichten. Einen geregelten Alltag mit freien Terminen, viel Ruhe und bis zum letzten Jahr auch recht viel Fernsehen.

 

 

Frühe Träume

Dabei waren unsere Träume viel früher einmal ganz andere. Man kennt es: wenn ich dann in Rente gehe, dann habe ich endlich Zeit für…

Bei uns war es vor allem das Reisen. Vor ungefähr 30 Jahren hatten wir ein kleines Wohnmobil. Einen VW LT Sven Hedin. Wir liebten es spontan zu verreisen, an Wochenenden aus dem Alltag auszubrechen und einfach immer wieder neu zu entscheiden: was machen wir heute, wo essen wir heute unseren Kuchen?

Vor ungefähr zwei Jahren fing ich an bei youtube Videos zu schauen, die sich mit dem Ausbau und dem Leben im Wohnmobil beschäftigten. Es war eine kleine Flucht aus meinem derzeit sehr anstrengenden Alltag. Daher träumte ich mich immer wieder in die Wohnmobile.

Achte darauf, was du denkst        es könnte in Erfüllung gehen

Genau so: im letzten Jahr, noch vor meiner Auszeit, mieteten wir uns ein kleines Wohnmobil um auszutesten, ob es immer noch unser Traum ist.

Und: YESSS! Es ist immer noch genau das, was wir uns wünschen!

Dann, während meiner Auszeit wurde mir bewusst, dass wir unsere Zeit, die wir noch gemeinsam haben, eben auch ganz anders nutzen könnten, als wir es bisher im Plan hatten. Ich musste nur meinen Mann davon überzeugen.

Die Reaktion war ganz anders, als ich es erwartet hatte: ich brauchte keine Überzeugungsarbeit leisten! Er war sofort Feuer und Flamme. Und so sind wir nun, nach ca. einem halben Jahr mitten drin in unseren Vorbereitungen unseren großen Traum durchzuführen.

Die 5 großen Aufgaben

Natürlich raucht einem zunächst der Kopf, denkt man über alles nach, was dafür zu tun ist. Ich bin jemand, die sehr gut Pläne und to-do-Listen erstellen kann. Aber diese wurden immer länger und unübersichtlicher. Es gilt schließlich, einen Hausstand, den man über 40 Jahre „aufgebaut“ hat, auf ein Minimum zu verkleinern. Und wenn es dabei zwei „Entscheider“ gibt – naja, das ist dann nicht immer ganz einfach…

Aber mit diesem großen und vor allem fassbaren Ziel vor Augen, fallen Entscheidungen dann irgendwann doch immer leichter.

Und damit alles ein wenig geregelt vonstattengehen kann, habe ich zunächst für dieses Jahr meine fünf großen Ziele gesetzt:

  1. Ausmisten (englisch: declutter…- großes Thema im Netz)
  2. Haus verkaufen
  3. Meine Selbständigkeit aufgeben
  4. Wohnmobil kaufen
  5. Umzug

Eigentlich 6 Ziele: denn wie man hier dann auch sehen kann – einen Blog starten.

Mittlerweile ist also ungefähr ein halbes Jahr seit der Entscheidung vergangen. Wir haben abgeklärt, in welche Wohnung wir ziehen werden und uns damit ein Zeitlimit gesetzt. Gegen Ende diesen Jahres spätestens ziehen wir um und unser neues Leben kann beginnen.

Ausmisten

Die Wohnung wird nur halb so groß sein wie unser jetziges Haus. Es gilt also vieles loszuwerden. Und das ist gar nicht so einfach, hat doch alles einen wichtigen Grund sich in unserem Haus aufzuhalten…

Allerdings habe ich vor zwei Jahren die Erfahrung gemacht, was es bedeutet einen Haushalt vollkommen aufzulösen und wie wertlos auf einmal ehemals „Wertvolles“ wird. Und man wirft Dinge weg, (meist dann aus Zeitgründen), die man mit etwas Zeit vielleicht noch hätte verkaufen können. Außerdem wollte ich nicht, dass das jemand irgendwann mit unserem Haushalt machen muss. Jetzt kann ich noch selbst entscheiden, was mir so am Herzen liegt, dass ich es auch in die kleinste Wohnung oder ins Wohnmobil mitnehmen möchte.

Seit 4 Monaten also verkaufe ich :-o . Anfangs etwas unsicher, weil ich so lange nicht mehr ebay genutzt habe. Aber mittlerweile gelingt es immer besser. Dazu war ich auch recht erfolgreich. Immerhin konnte ich unseren großen Esstisch schon gegen einen wunderbaren kleineren und flexibleren austauschen – bezahlt aus den ebay-Erlösen! Und es geht immer weiter – yeah - Es ist kaum vorstellbar, was man doch alles so ansammelt, das man gar nicht mehr braucht und wofür andere noch bereit sind zu bezahlen. Aber ich brauche noch ein neues Schlafsofa für unser kleines neues Wohnzimmer – der Verkauf geht also immer weiter. Mittlerweile habe ich insgesamt beinahe 1.200,-€ eingenommen.

Homestaging

Unser Urlaub für dieses Jahr war schon lange geplant. Daher ist das Ende des Urlaubs für uns so etwas wie die Deadline zum Start des Hausverkaufs. Bis dahin muss also der Hausstand stark verkleinert sein und wir starten den Verkauf. Den will ich selbst in die Hand nehmen, weil ich da auch ein wenig Erfahrung habe und den Käufern die Maklergebühr ersparen möchte.

Das bedeutet also:

unser Haus wird herausgeputzt. Innen wie außen. Es gibt also viel zu tun und schöne Fotos zu machen. Natürlich müssen die Unterlagen zusammenstellt werden und Anzeigen, also auch Texte zum Haus, aufgegeben werden.

Zum Glück wohnen wir in einer Region, in der es – hoffentlich – recht einfach ist ein Haus zu verkaufen. Die Lage ist sehr begehrt.

 

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Wenn ich jetzt so diese Zeilen niederschreibe, stelle ich fest, dass es drei Phasen gibt, die bezüglich der Aufgabe des Hauses entstehen:

  1. Nach der Entscheidung es überhaupt zu tun, beginnt das große Ausmisten. Man stellt fest, was alles vorhanden ist und ob man es unbedingt braucht. Damit fängt man auch schon an, erste Dinge zu verkaufen oder zu verschenken. Das zieht sich allerdings, wie sich dann herausstellt durch alles Phasen.
  2. Das Haus muss vorbereitet und verkauft werden. Das bedeutet, dass kleinere Reparaturen endlich ausgeführt werden müssen, aber auch Schönheitsreparaturen. Denn man schmückt die Braut… Macht man alles selbst, gehören dazu auch die Unterlagen zusammenzusuchen, Anzeigen aufgeben und Besichtigungen. Bis hin zum Notarvertrag.
  3. Und zum Schluss kommt dann die Organisation des Auszugs. Und natürlich die Durchführung. Alles braucht seine Zeit. Und die Zeit dafür hatte ich ein wenig unterschätzt. Auch die Kraft die es braucht.

 

Der Kopf raucht

Der Urlaub war wirklich notwendig. Es schlaucht ungemein, dieses große Projekt neben dem Job durchzuführen. Während des Urlaubs wollte ich so viele Dinge überdenken und planen. Aber was ist passiert? Wir sind in die Urlaubswelt abgetaucht und unser Plan war ganz weit weg…

Erst die letzten Tage haben wir dazu genutzt wenigstens das Naheliegendste zu planen. Also, was alles noch im Haus zu tun ist, damit wir den Verkauf einleiten können. Das war noch ganz schön viel.

Wie sieht's bei dir aus?

Zwar war unser Hausstand schon ziemlich geschrumpft. Aber das Haus an sich hatte doch so einige Ecken, die einer Überholung bedurften. Bist du schon einmal durch deine Wohnung oder dein Haus gegangen und hast es dir mit den Augen eines Käufers angeschaut? Auf einmal sieht es gar nicht mehr so schön aus und es gibt so einiges, das verbessert werden sollte. Bei uns begann das schon damit, dass die Fassade gestrichten werden musste. Die Wasserhähne sahen auch nicht mehr so schön aus. Versteckte Fußleisten mussten richtig angebracht werden. Die Decke in einigen Räumen … So zog sich das durch das ganze Haus und wir hatten noch jede Menge an Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten vor uns.

Daneben erstellte ich das Exposé und suchte alle nötigen Unterlagen zusammen.

Hilfe - die Sommerferien nahen!

Kurz nach unserem Urlaub, da waren wir noch mitten in der Durchführung unserer Renovierungsarbeiten, wurde uns bewusst, dass es ja gar nicht mehr so lange dauert, bis bei uns die Sommerferien anfangen. Das ist natürlich sehr ungünstig, will man ein Haus verkaufen!

Und so habe ich es tatsächlich geschafft, schon zwei Wochen nach dem Urlaub eine Anzeige zu veröffentlichen! Eigentlich hätte ich schon wieder Urlaub machen können…

Unser Haus war also optisch so weit, dass wir es vorzeigen konnten. Mittwochs war die Anzeige bei ebay Kleinanzeigen online und Freitag und Samstag hatten wir schon die ersten Besichtigungen. Über 1000 Interessierte hatten sich die Anzeige angeschaut. Aber es war noch nicht so das Richtige dabei. So gab ich dann nach 2 Wochen noch eine Anzeige bei Immoscout auf. Da waren dann die qualifizierteren Besichtigungen und das führte dann auch recht schnell zu einem Abschluss. Schneller als wir gedacht hatten!

Mit anderen Worten: In weniger als einem Monat nach unserem Urlaub haben wir unser Haus verkauft! Das hätte ich mir nie träumen lassen.

Es ist ja nicht ganz so einfach, besonders gefühlsmäßig, sein Haus, das man mit viel Herzblut ausgebaut und eingerichtet hat, jemandem anderen zu übergeben. Selbst wenn derjenige dafür bezahlt. Aber wir haben so ein großes Glück! Aus den vielen, die unser Haus besichtigt haben, haben sich die nettesten für den Kauf entschieden. Besser hätten wir es wirklich kaum treffen können.

Haus verkauft und fertig?

Leider nein! Es reißt irgendwie nicht ab mit meiner Arbeit. Zwar ist alles, was den Hausverkauf betrifft, so weit erledigt.

Was aber nicht zu unterschätzen war, war die Tatsache, dass ich ja auch meine Yogaschule übergeben musste. Die Arbeiten in der Yogaschule - neben dem Unterricht -  waren mir mittlerweile so geläufig, dass ich gar nicht weiter darüber nachgedacht hatte, was tatsächlich alles zu tun ist. Das wurde mir erst bewusst, als wir wieder aus dem Urlaub zurück waren und ich die Übergabe vorbereiten musste.

Denn neben dem Hausverkauf und all dem, was damit zu tun war, lief meine Yogaschule ja weiter und musste entsprechend betreut werden. Aus Kostengründen und auch weil es mir Spaß bringt, machte ich dort alles selbst. Es war also ein fulltime-Job. Nun musste eine Mitgliederversammlung einberufen werden, der Jahresabschluss  dafür musste fertiggestellt werden und meine Nachfolgerin und ich machten uns daran sie einzuarbeiten.

Meine Schultern mussten ganz schön viel tragen!

Dazu ist der Monat Juni dann auch noch mit vielen Geburtstagen in der Familie gefüllt. Da hat man an den Wochenenden auch kaum Zeit etwas zu erledigen. Schon weil man selbst doch recht erledigt war.

Wohnmobil

Nachdem die Angelegenheiten mit dem Haus und der Yogaschule ihren Lauf genommen hatten, ging es also weiter im Plan. Wir hatten uns ja schon viele Gedanken über unser zukünftiges Wohnmobil gemacht. Da waren unsere Erfahrungen aus der Zeit mit unseren Kindern, in der wir schon einmal ein eigenes Wohnmobil hatten. Auch ein Urlaub, ebenfalls zusammen mit den Kindern, in den USA, wo wir 3 Wochen in einem für unsere Verhältnisse sehr luxuriösen Wohnmobil herumgereist sind. Das war eine Ausstattung mit Riesenkühlschrank, Mikrowelle und Klimaanlagen. Das kannten wir so nicht. Urlaub im Wohnmobil ist doch irgendwie immer noch Camping.

Und im letzten Jahr kam dann unsere Erfahrung mit dem kleinen Wohnmobil dazu. Das war natürlich eine ganz andere Generation als unser Sven Hedin vor 30 Jahren. Aber da gab es für uns so einiges auszusetzen.

So entstand dann ein Bild in unseren Köpfen, wie unser mobiles Heim aussehen sollte. Wir haben Messen besucht und unzählige Wohnmobile besichtigt. Aber leider sind ca. 95% der Wohnmobile sehr ähnlich ausgebaut. Genau so wie wir es eben nicht haben wollten. Das machte die Sache ein wenig kompliziert.

Ich war eigentlich für eine kleinere Version. Mir ist wichtig überall parken zu können und wendig zu sein. Aber der Gedanke teilweise über Monate im Bus zu verbringen – da habe ich dann doch Zugeständnisse gemacht.

Nachdem wir also zusammen mit dem Notar den Hausverkauf fest gemacht hatten, sind wir gleich zwei Tage später los und haben unseren Bus gekauft!

Der ist nun noch ein wenig länger (und größer und breiter ;-)) geworden, als ich es eigentlich gewollt hatte. Er hat quasi 2 Zimmer; ein Schlafzimmer mit einem Bett, das man von den Seiten aus begehen kann; ein „Wohnzimmer“; eine kleine Küche und ein „Bad“ mit Dusche! Die Ausstattung übertrifft alles, was wir bis heute so kennengelernt haben. Wir haben uns tatsächlich einen Traum erfüllt! Und freuen uns schon riesig auf den nächsten Monat, wenn es endlich losgehen kann.

 

Der Auszug

Und so folgte dann der dritte Teil der Vorbereitung auf unser neues Leben:


Der Auszug.

Nachdem alles so weit geregelt war, ging es an den Auszug. Ja - es war ja
kein Umzug, sondern erst einmal ein Auszug. Denn unsere Wohnung können wir erst in beinah einem Jahr beziehen. Leider hat es dahingehend Probleme mit dem derzeitigen Mieter gegeben. 

Das störte uns allerdings nicht so sehr. Denn unser Plan war ja ohnehin
lange im Bus zu reisen. Warum also nicht gleich damit beginnen?

Und so mussten wir eine Möglichkeit finden unseren Hausstand einzulagern. Das war dann wieder leichter gesagt als getan. Wir hatten auf der einen Seite wieder einmal Glück und fanden gleich in der Nähe der neuen Wohnung einen optimalen Lagerraum. Gut abgesichert, trocken und beheizt. Allerdings: Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie groß so ein Lager sein soll, damit dein ganzer Hausstand dort hinein passt? Das ist gar nicht so einfach einzuschätzen! 

Mit Hilfe des dortigen Angestellten haben wir also eine Größe festgelegt.
Der Hausstand war ja doch ziemlich geschrumpft und außerdem sollte ein Teil ja auch in den Bus. 

Packen

Zu guter Letzt habe ich noch einen Teil unserer Möbel verkauft und
verschenkt. So machte ich mir um die Lagergröße keine Sorge mehr. Aber bevor
es ans Einlagern geht, muss erst einmal alles eingepackt werden. 

Ich kaufte also über ebay-Kleinanzeigen erst einmal 50 Umzugskartons. Es
muss ja alles so gepackt sein, dass man es gut stapeln kann. Dazu haben wir
noch ca. 20 Bücherkisten im Baumarkt besorgt. Unsere Bibliothek hatten wir
ja auch stark verkleinert. So - dachte ich - das passt schon... Naja, den
Rest der Bücher haben wir noch auf andere Kisten verteilt. 

Einen Monat hatten wir ungefähr Zeit, alles für den Auszug vorzubereiten.
Allerdings musste ich bis zum letzten Tag voll für die Yogaschule zur
Verfügung stehen. Meine Nachfolgerin war bis dahin verreist und konnte nicht
allmählich einsteigen. Also bestand immer noch die Doppelbelastung. Trotz
Yoga meldete sich mein Rücken immer intensiver. Aber ich hatte keine Wahl.

Außerdem hatte ich noch eine Packliste für unseren Bus erstellt. Denn ein
Teil sollte ja dort einziehen und nicht eingepackt werden. Dabei stellte
sich dann noch heraus, dass es riesigen Unterschied macht, ob ich für einen
Urlaub packe oder für ein ganzes Jahr. Es war ja noch nicht ganz klar, in
welchen Breitengraden wir uns aufhalten werden. So musste für alle
Jahreszeiten geplant werden. Auch die Küchenausstattung unterscheidet sich
von einem Urlaub. Schließlich geht man nicht so oft auswärts essen. Also
alles gar nicht so einfach!

Abschied


Ca. 14 Tage bevor das Haus übergeben werden sollte, hatte ich Geburtstag. Wir  hatten den Plan eine kombinierte Geburtstags- /Abschiedsfeier zu geben. Das musste leider um eine Woche verschoben werden, weil einige Gäste verhindert waren. So feierten wir also eine Woche vor unserem Auszug! Das Obergeschoss war schon weitestgehend gepackt und ausgeräumt und der Keller auch - dachten wir... Auf jeden Fall haben wir im Erdgeschoss alles für die Feier vorbereiten können und man sah kaum, dass wir beinahe nicht mehr dort wohnten.

Und wir waren schon ziemlich geschafft. Denn in der Woche vor der Feier
hatten wir zum ersten Mal einen Umzugswagen gemietet und zwei Fuhren ins Lager gefahren. Die ganze Woche haben wir gepackt und geschleppt. Und dabei noch die Feier vorbereitet. Und es war nicht die einzige Feier. Denn sonntags wurde auch noch in der Yogaschule gefeiert: meine Nachfolgerin und mein Abschied. Also zwei Tage, die wir eigentlich auch gerne für den Auszug genutzt hätten.

Aber es waren zwei sehr schöne Feiern. Unsere Käufer konnten die Nachbarn und unsere Familie kennenlernen. Und sonntags wurde ich in riesiger Runde gefeiert, beschenkt und verabschiedet. Das hätte ich mir so nie träumen lassen! Es ist wirklich so schön, so viele nette Menschen kennengelernt zu haben. 

Endspurt

Wir hatten noch knapp eine Woche Zeit, den Auszug zu vollenden. Samstags sollte das Haus übergeben werden. Allerdings wurden unsere Arbeiten wieder unterbrochen. Denn mittwochs konnten wir unseren Bus abholen. Den mussten wir montags schon anmelden, damit wir ihn überführen konnten. Und das klappte leider nicht beim ersten Anlauf: die Papiere waren nicht vollständig. Dazu mussten wir dann noch einmal nach Elmshorn fahren. Kostbare Zeit! Und - ich hätte es mir nie träumen lassen - nun haben wir ein pinneberger Kennzeichen...



Es ging alles gut. Direkt mittwochs sind wir in unseren Bus gezogen. Er
stand vor unserer Tür und wir haben alles, was geplant war, einfach nur
hineingestellt. Da wir unsere Matratze im Lager in Folie einpacken sollten,
haben wir auch gleich im Bus geschlafen, damit die Feuchtigkeit verdunsten konnte.

Donnerstag und Freitag hatten wir wieder einen Sprinter gemietet um
vollständig auszuziehen. Zum ersten Mal haben wir Hilfe eingefordert. Unser weltbester Schwiegersohn hat uns beim Transport unserer Waschmaschine, Wäschetrockner und Gefrierschrank aus dem Keller geholfen. Das hätten wir alleine nie geschafft! Und freitags hat unsere Tochter auch noch einmal mit angepackt. Das war wirklich nötig. Unsere Kräfte waren schon ziemlich am Ende!

Nachdem wir die erste Fuhre ins Lager gefahren hatten, war es eigentlich
schon halb voll! Und es sollte ja noch so viel folgen! Die zweite Fuhre war
dann auch ganz anders geplant. Denn im Lager wird gestapelt. Und zwar bis unter die Decke. Nach der zweiten Fuhre hatten wir dann mehr Platz als nach ersten. Mit der 3. Fuhre ging es dann auch noch recht gut. Aber die Letzte war dann doch ziemlich haarig! Denn eigentlich sollte im November unser neues Sofa ins Lager geliefert werden. Dafür wollten wir noch Platz lassen.

Allerdings - als dann endlich auch unsere Matratze ihren Platz gefunden
hatte, konnte man den Raum nicht mehr betreten. VOLL !!! Öffnet man die Tür zum Lager, steht man vor der Matratze und sieht nicht mehr, was alles dahinter steht.

Übergabe

Abends fielen wir ins Bett. Uns tat alles weh! Es war so furchtbar
anstrengend gewesen und das in unserem Alter...

Am Samstagmorgen wollten wir noch kurz die Reste aus dem Haus räumen, ein
wenig sauber machen und dann endlich das Haus übergeben. Es kam wieder einmal anders. Denn das "Bisschen" war dann doch wieder etwas mehr. Zum Glück haben wir noch eine Garage behalten. Da konnten wir dann noch die Reste einlagern. Unser kleines Auto passt nun so gerade eben dort hinein. Den Termin haben wir um eine Stunde verschieben müssen. Aber dann war es endlich geschafft! Wir konnten das Thema endlich abschließen! Nun gab es nichts Wichtigeres mehr, als endlich loszufahren.

Wohin? Na - ins nächste Gewerbegebiet ;-)  Wir mussten ja nun endlich unseren
Bus richtig einräumen. Da lag alles noch wie Kraut und Rüben durcheinander und wir konnten uns kaum bewegen. Nachdem wir erst einmal in Ruhe gefrühstückt
hatten, begann unser neues Leben.

Unser neues Leben

Und so begann dann unser neues Leben. Erst einmal gar nicht aufregend. Wir landeten zunächst im Gewerbegebiet. Denn im Bus lag alles kunterbunt durcheinander. Wir hatten ja noch keine Zeit uns darum zu kümmern. Und da Samstag war, war nichts los im Gewerbegebiet. Wir räumten also erst einmal alles aus um es dann geordnet im Bus zu verstauen. Wir frühstückten gemütlich, erholten uns ein wenig und fuhren dann

 

in die Kirche

 

Tatsächlich! Unsere Enkelin singt im Kirchenchor und hatte einen Auftritt. Im Anschluss feierten wir ihren Geburtstag. Die ganze Anspannung fiel allmählich von uns ab. Aber wir waren extrem erschöpft. Wir konnten es kaum erwarten und am Abend sind wir dann endlich losgefahren – nach

 

Sankt Peter Ording

 

Allerdings sahen wir nicht ganz so viel. Zum Einen weil wir schlechtes Wetter hatten. Und zum Anderen: wir waren derart müde, dass wir fast nur geschlafen hatten. Und das tat so gut!

Zu viel Zeit hatten wir dort auch nicht. Denn wir waren in Hamburg verabredet. Weil es uns im letzten Jahr so gut gefallen hatte, trafen wir uns Freitagmorgen mit meiner Schwester um gemeinsam auf das

 

Reeperbahnfestival

 

zu gehen. Vier Tage Musik, Unterhaltung und gaaanz viele Menschen. Donnerstags hatte wir schon die erste Runde über das Festivalgelände auf der Reeperbahn unternommen. Es ist einfach so schön, die vielen verschiedenen Möglichkeiten zu haben, Musik zu hören, zu sehen, zu machen und gut zu essen. Für den Freitag hatten wir die Karten für die Clubs und die Elbphilharmonie. Wir hatten es diesmal besser geplant, als letztes Jahr. So sahen wir tolle Auftritte. Zum Beispiel Und in der Elphi dann zum Abschluss Lisa Morgenstern. Es war wirklich ein beeindruckender Auftritt von ihr. Allerdings erst um Mitternacht. Einen Teil der Aufführung habe ich da leider verschlafen. Es war trotzdem so schön, dass wir uns für das kommende Jahr wieder verabredet haben.

Und das tollste war, dass wir mit unserem Bus gleich auf dem Heiligengeistfeld auf dem Wohnmobilstellplatz stehen konnten! Es war für alles gesorgt, was im Bus nötig ist: Wasser, Abwasser und Toilette mit Dusche. Besser ging's kaum!

Sonntags fuhren wir zunächst noch einmal in die „alte“ Heimat nach Ahrensburg. Direkt am Bredenbeker Teich haben wir uns eingerichtet. Wir hatten gutes Wetter und konnten draußen auf der Wiese Yoga machen und auch lesen. Denn ich hatte noch einiges vorzubereiten.

 

Oberlethe

 

war nämlich unser nächster Termin. Ich hatte zu einem Wochenendworkshop eingeladen. Schon vor über einem Jahr. Leider waren die Unterlagen aus bekannten Gründen ;-) dafür noch nicht ganz fertig. Da saß ich dann im Bus – den PC auf dem Tisch, den Drucker auf dem Bett – und habe alles noch fertig gestellt. Es war ein schönes Thema, das auch sehr interessierte: Yoga und die fünf Elemente. Da werde ich demnächst auch im Gesundheitsteil hier auf meiner homepage etwas zu sagen. Von Ahrensburg aus hatten wir uns einen Weg über Zeven/Bremen/Oldenburg bis Oberlethe ausgesucht. Zeven deshalb, weil wir dort im letzten Jahr einen tollen Italiener gefunden hatten. Den wollten wir abends anfahren. Aber – schon zum 2. Mal – er hatte geschlossen. So schade! Wir hatten uns so gefreut. Also weiter auf einen Campingplatz. Letzte Vorbereitungen für den workshop und dort gab es auch einen Italiener...

In Oberlethe standen wir mit dem Bus super-schön mit Blick auf den See. Harald, der Leiter der Hofguts, hat uns dann auch noch mit Strom und Duschen versorgt. Es ging kaum besser. Einzig, dass wir unter einem Baum standen und es stürmte. Da haben wir gelernt, dass das nicht so entspannt ist. Denn immer wieder fallen kleine Äste, Nüsse oder dicke Blätter auf unser Dach. Schlafen fällt dadurch schwer...

Der workshop war wirklich sehr schön. Wir genossen wieder das tolle Essen, aber auch die 5 Elemente waren sehr spannend zu entdecken. Dazu konnte ich noch einen Geburtstags-Gutschein einlösen: Claudia hat auf ihre wunderbare Art und Weise Gedichte vorgetragen. Vielen lieben Dank noch einmal dafür! Es war wunderbar!

 

Und dann endlich hatten wir

 

zwei Wochen Zeit.

 

Denn der Hausverkauf ging so schnell über die Bühne, dass wir noch einen Termine wahrnehmen mussten, bevor es an den richtigen Urlaub ging.

 

Wir hielten uns in Norddeutschland auf. Eine kleine Tour hatten wir ja schon im Februar gemacht. So hatten wir einen groben Plan. Von Oberlethe aus sind wir zunächst nach Lüneburg zu unserer Tochter gefahren. Nach einem gemütlichen gemeinsamen Abend ging's am nächsten Morgen weiter nach

 

Zingst auf den Darß.

 

Unterwegs hielten wir immer wieder an und pflückten Äpfel, die am Straßenrand wuchsen. In Zingst waren wir auch im Februar gewesen. Daher wussten wir, was uns dort erwartet und wir konnten uns weiter erholen. Der Platz ist wirklich schön und luxuriös. Mit Sauna, chlorfreiem Hallenbad, recht nah zum Ort und Ostsee-Deich. Unsere schweren Fahrräder hatten wir zuvor gegen leichtere Falträder getauscht. So sind wir durch den Ort geradelt und haben unsere Zeit genossen.

Auch das Alltagsleben im Bus nahm in ZIngst seinen Anfang. Denn – wir hatten unseren ersten Waschtag. Ja, die Wäsche macht keinen Urlaub. Aber der Platz bot schöne saubere Waschmaschinen und Wäschetrockner. Und da man mehrere Maschinen gleichzeitig nutzen konnte, war nach 90 Minuten alles erledigt und die Wäsche lag sauber im Schrank.

Von Zingst aus sind wir über die Landstraße nach

 

Warnemünde

 

gefahren. Zuvor hatte ich schon auf einer speziellen App einen Wohnmobilstellplatz gefunden, ging aber davon aus, dass er voll ist. Denn er lag mitten im Hafen und direkt am Ort. Außerdem war durch den Feiertag am 3. Oktober ein langes Wochenende entstanden. Aber es kam anders. Wir hatten einen tollen Platz mit Blick auf die Warnow und die Hohe Düne. Hinter uns lag 5 Minuten zu Fuß der Ort. Besser ging's nicht! Beim Frühstück konnten wir die großen Schiffe beobachten, die in den Hafen einfuhren und am Abend waren wir zum Fischessen mittendrin in Warnemünde.

Der Weg führte uns von dort weiter Richtung

 

Schwerin

 

Wir sind aus privaten Gründen öfter in Schwerin und freuten uns nun darauf einmal ganz frei und ohne Termine dort Zeit für uns zu haben. Wir sind durch die kleinen Gassen geschlendert bis hin zum Schloss. Bei einem kleinen Italiener ließen wir den Abend gemütlich ausklingen. Der WoMo-Platz war allerdings nicht so toll. Er lag nahe am Bahnhof und es war ziemlich laut. Dafür konnten wir zu Fuß alles erreichen. Außerdem hatten wir dort die Möglichkeit wieder einmal zu ver-und entsorgen, was im Bus nicht unwichtig ist.

Von Schwerin aus machten wir uns über Boltenhagen Richtung

 

Travemünde

 

auf den Weg. Dieser Weg ist immer sehr schön. Denn man fährt über Land an Burgen und Schlössern vorbei bis hin zum Priwall und setzt dort mit der Fähre über. Dabei erscheint dann so langsam die Passat, auf der wir vor unendlich langer Zeit einmal gefeiert und übernachtet haben. Heute befindet sich dort das Standesamt. Wir fanden in Travemünde einen Stellplatz in der Nähe des Brodtener Ufers. Dort nahmen wir die Räder vom Träger und radelten hinunter in den Hafen um bei Gosch mit einem superschönen Blick auf die Trave zu Abend zu genießen.

 

Gerade bemerke ich, dass der Bericht immer eine ähnliche Formulierung hat: weiter fuhren wir; der Weg führte uns; auf den Weg machen usw. Aber genau so ist es, wenn man im Bus unterwegs ist. Man ist eben unterwegs; auf dem Weg und fährt immer weiter. Und genau das ist es, was wir so lieben! Ganz frei kann man entscheiden zu bleiben oder weiter zu fahren.

 

Von Travemünde aus planten wir den Weg Richtung Nordsee. Aber – wie gesagt – ganz spontan änderten wir die Route und fuhren nach

 

Plön

 

Unser Stellplatz war an einem Campingplatz direkt am großen Plöner See. Die Räder waren schnell vom Träger und nach einem kurzen Einkauf besichtigten wir die Prinzeninsel. Dort konnten wir den Apfelgarten betreten. Da gibt es nur alte Apfelsorten. Man darf sie allerdings nicht pflücken, denn es gibt für jeden Baum einen Paten, dem die Äpfel zustehen. Ist ja auch richtig so! Am Ende der Prinzeninsel ist dann noch eine kleine schön angelegte Halbinsel, wo sich die Prinzessin gerne aufhielt.

 

Und so fuhren wir dann langsam wieder in die heimatlichen Gefilde. Wir hatten unserer Enkelin zum Geburtstag versprochen unser erster Übernachtungsgast im Bus zu sein. Da sie immer sehr viele Termine hat, waren wir froh einen auch für uns reservieren zu können. Wir waren also verabredet. Und nach unserer gemeinsamen Shoppingtour in Lübeck fanden wir uns dann in Travemünde wieder...

 

Mit dieser Tour endete unser Aufenthalt in Norddeutschland. Es schloss sich eine Woche in Dänemark mit unserer gesamten Familie – wir beide, unsere drei Kinder mit Partnern und die lieben Sieben (Enkelkinder ;-))