Die große Entscheidung

Nun haben wir uns entschieden: Wir verkaufen unser Haus, ziehen in eine günstige, kleine Wohnung, kaufen uns ein Wohnmobil und werden noch viel reisen.           

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, bin ich 62 Jahre alt. Im letzten Jahr habe ich eine entscheidende Auszeit genommen. Ich habe eine Woche lang gefastet, geschwiegen und Tagebuch geführt. Tagebuch führe ich normalerweise nicht. Ich versuche es zwar immer wieder, scheitere aber an meiner nicht vorhandenen Disziplin. Da hab ich es durchgezogen und habe folgenschwere Entscheidungen für mich – und im Nachhinein – für uns beide getroffen:

Klar ist, dass wir nur noch eine begrenzte Zeit vor uns haben, die wir gemeinsam noch recht frei gestalten können. Unser Leben bisher war sehr reich an vielen kleinen und großen Abenteuern. Aber so in letzter Zeit richteten wir uns doch so ein, wie man sich vorstellt, wie Rentner sich eben einrichten. Einen geregelten Alltag mit freien Terminen, viel Ruhe und bis zum letzten Jahr auch recht viel Fernsehen.

 

 

Frühe Träume

Dabei waren unsere Träume viel früher einmal ganz andere. Man kennt es: wenn ich dann in Rente gehe, dann habe ich endlich Zeit für…

Bei uns war es vor allem das Reisen. Vor ungefähr 30 Jahren hatten wir ein kleines Wohnmobil. Einen VW LT Sven Hedin. Wir liebten es spontan zu verreisen, an Wochenenden aus dem Alltag auszubrechen und einfach immer wieder neu zu entscheiden: was machen wir heute, wo essen wir heute unseren Kuchen?

Vor ungefähr zwei Jahren fing ich an bei youtube Videos zu schauen, die sich mit dem Ausbau und dem Leben im Wohnmobil beschäftigten. Es war eine kleine Flucht aus meinem derzeit sehr anstrengenden Alltag. Daher träumte ich mich immer wieder in die Wohnmobile.

Achte darauf, was du denkst        es könnte in Erfüllung gehen

Genau so: im letzten Jahr, noch vor meiner Auszeit, mieteten wir uns ein kleines Wohnmobil um auszutesten, ob es immer noch unser Traum ist.

Und: YESSS! Es ist immer noch genau das, was wir uns wünschen!

Dann, während meiner Auszeit wurde mir bewusst, dass wir unsere Zeit, die wir noch gemeinsam haben, eben auch ganz anders nutzen könnten, als wir es bisher im Plan hatten. Ich musste nur meinen Mann davon überzeugen.

Die Reaktion war ganz anders, als ich es erwartet hatte: ich brauchte keine Überzeugungsarbeit leisten! Er war sofort Feuer und Flamme. Und so sind wir nun, nach ca. einem halben Jahr mitten drin in unseren Vorbereitungen unseren großen Traum durchzuführen.

Die 5 großen Aufgaben

Natürlich raucht einem zunächst der Kopf, denkt man über alles nach, was dafür zu tun ist. Ich bin jemand, die sehr gut Pläne und to-do-Listen erstellen kann. Aber diese wurden immer länger und unübersichtlicher. Es gilt schließlich, einen Hausstand, den man über 40 Jahre „aufgebaut“ hat, auf ein Minimum zu verkleinern. Und wenn es dabei zwei „Entscheider“ gibt – naja, das ist dann nicht immer ganz einfach…

Aber mit diesem großen und vor allem fassbaren Ziel vor Augen, fallen Entscheidungen dann irgendwann doch immer leichter.

Und damit alles ein wenig geregelt vonstattengehen kann, habe ich zunächst für dieses Jahr meine fünf großen Ziele gesetzt:

  1. Ausmisten (englisch: declutter…- großes Thema im Netz)
  2. Haus verkaufen
  3. Meine Selbständigkeit aufgeben
  4. Wohnmobil kaufen
  5. Umzug

Eigentlich 6 Ziele: denn wie man hier dann auch sehen kann – einen Blog starten.

Mittlerweile ist also ungefähr ein halbes Jahr seit der Entscheidung vergangen. Wir haben abgeklärt, in welche Wohnung wir ziehen werden und uns damit ein Zeitlimit gesetzt. Gegen Ende diesen Jahres spätestens ziehen wir um und unser neues Leben kann beginnen.

Ausmisten

Die Wohnung wird nur halb so groß sein wie unser jetziges Haus. Es gilt also vieles loszuwerden. Und das ist gar nicht so einfach, hat doch alles einen wichtigen Grund sich in unserem Haus aufzuhalten…

Allerdings habe ich vor zwei Jahren die Erfahrung gemacht, was es bedeutet einen Haushalt vollkommen aufzulösen und wie wertlos auf einmal ehemals „Wertvolles“ wird. Und man wirft Dinge weg, (meist dann aus Zeitgründen), die man mit etwas Zeit vielleicht noch hätte verkaufen können. Außerdem wollte ich nicht, dass das jemand irgendwann mit unserem Haushalt machen muss. Jetzt kann ich noch selbst entscheiden, was mir so am Herzen liegt, dass ich es auch in die kleinste Wohnung oder ins Wohnmobil mitnehmen möchte.

Seit 4 Monaten also verkaufe ich :-o . Anfangs etwas unsicher, weil ich so lange nicht mehr ebay genutzt habe. Aber mittlerweile gelingt es immer besser. Dazu war ich auch recht erfolgreich. Immerhin konnte ich unseren großen Esstisch schon gegen einen wunderbaren kleineren und flexibleren austauschen – bezahlt aus den ebay-Erlösen! Und es geht immer weiter – yeah - Es ist kaum vorstellbar, was man doch alles so ansammelt, das man gar nicht mehr braucht und wofür andere noch bereit sind zu bezahlen. Aber ich brauche noch ein neues Schlafsofa für unser kleines neues Wohnzimmer – der Verkauf geht also immer weiter. Mittlerweile habe ich insgesamt beinahe 1.200,-€ eingenommen.

Homestaging

Unser Urlaub für dieses Jahr war schon lange geplant. Daher ist das Ende des Urlaubs für uns so etwas wie die Deadline zum Start des Hausverkaufs. Bis dahin muss also der Hausstand stark verkleinert sein und wir starten den Verkauf. Den will ich selbst in die Hand nehmen, weil ich da auch ein wenig Erfahrung habe und den Käufern die Maklergebühr ersparen möchte.

Das bedeutet also:

unser Haus wird herausgeputzt. Innen wie außen. Es gibt also viel zu tun und schöne Fotos zu machen. Natürlich müssen die Unterlagen zusammenstellt werden und Anzeigen, also auch Texte zum Haus, aufgegeben werden.

Zum Glück wohnen wir in einer Region, in der es – hoffentlich – recht einfach ist ein Haus zu verkaufen. Die Lage ist sehr begehrt.

Fortsetzung folgt…

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Gaby Slomka